Modrica - Kleine Stadt in Bosnien-Herzegowina

Modrica liegt im Norden Bosnien-Herzegowinas, im serbisch verwalteten Teil des Landes, und ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Auf einer Fläche von 297 km² leben heute dort ca. 32.000 Einwohner, in der überwiegende Mehrheit bosnische Serben.

Die kleine Stadt am Unterlauf des Flusses Bosna blickt auf eine lange geschichtliche Tradition zurück. 1244 wurde sie erstmals urkundlich
erwähnt. Vor dem Ausbruch des Bosnienkrieges im April 1992 war Modrica eine blühende Provinzstadt. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg hatte in der Stadt eine rasche wirtschaftliche Entwicklung eingesetzt. Neben der traditionellen Landwirtschaft entstand eine Vielzahl an Industrien, Fabriken und Handwerksbetrieben, so unter anderen zwei Chemiefabriken, eine Ölraffinerie, sowie Textil- und Verpackungsindustrie. Infolge seiner geografischen Lage war Modrica durch das Kriegsgeschehen besonders stark betroffen. Heute sind die meisten Fabriken außer Betrieb oder mit völlig veralteten Maschinen ausgestattet. Als einer der größten Arbeitergeber der Region blieb die Ölraffinerie Modrica erhalten, andere Firmen überlebten die Auswirkungen des Krieges und der Privatisierung der Wirtschaft nicht. Aufträge blieben aus, viele Arbeitsplätze gingen verloren. Steigende Arbeitslosenzahlen und die damit verbundene Armut sind Folgen, mit denen die Stadt heute zu kämpfen hat.

Auch die Zerstörung des Wohnraums und der Infrastruktur bereitet Modrica bis in die Gegenwart hinein Probleme. Weil das Geld für den Wiederaufbau der Infrastruktur und die Anschaffung der dazu notwendigen technischen Ausrüstung fehlt, können zum Beispiel viele Straßen nicht asphaltiert werden. 

Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung in Modrica hat sich seit dem Bosnienkrieg (1992-1995) stark verändert. Die Stadt hatte vor dem Krieg ca. 35.413 Einwohner, von denen 29% bosnische Muslime (Bosniaken), 35% bosnische Serben, 27% bosnische Kroaten und 8% Angehörige anderer Ethnien waren. Während des Krieges wurde die Stadt von serbischen Truppen und Milizen "ethnisch gesäubert". 350 Menschen, überwiegend bosnische Muslime, wurden ermordet. Unter ihnen waren auch Roma und einige wenige bosnische Kroaten. Heute bilden bosnische Serben die Mehrheit der Bevölkerung in Modrica. Von den etwa 60% nicht-serbischen Bosniern, die vor dem Krieg in der Stadt gelebt haben, ist bisher nur ein geringer Anteil in ihre ehemalige Heimat zurückgekehrt (ca. 10% der Bosniaken und Roma). Die Verwaltungsorgane der Stadt Modrica bilden heute die Volksversammlung der Stadt als Legislative (25 Abgeordnete) und der Bürgermeister der Stadt, Herr Mladen Krekic, als Exekutive. Beide bemühen sich sehr darum, der Stadt das gute Image zurück zu geben, das sie vor dem Krieg hatte. In diesem Sinne wurden viele Aktivitäten zur Belebung der Wirtschaft und der Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung gestartet.

Modrica ist heute, nicht zuletzt dank des Engagements seines Bürgermeisters Kreki´c, für die Zusammenarbeit sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Sektor offen. Der Bürgermeister Kreki´c ist bemüht, das frühere Zusammenleben aller Nationalitäten wieder herzustellen. Die Stadt hat bereits viele beispielhafte Projekte in Angriff genommen, die die Rückkehr der nichtserbischen Bevölkerung (Bosniaken, Kroaten, Roma) unterstützen sollen. Viele Nichtregierungs- organisationen arbeiten in der Stadt. Sie bilden Vertreter der Kommunalverwaltung aus, damit sie den Ansprüchen ihrer Bürger besser nachkommen können. Um ihrem Prinzip einer möglichst großen Transparenz und Offenheit zu entsprechen, hat die Verwaltung eine eigene Homepage (Internetseite) gestartet. In Modrica wurde das erste sog. "sichere Haus" für Gewaltopfer eingerichtet, das durch Unterstützung der Bürgervereinigung "Zukunft" /"Buducnost Modrica"(eine NGO) von ausländischen humanitären Organisationen erbaut werden konnte. Zu den in Planung befindlichen Projekten zählen u.a. der Aufbau eines Schwimmbades und eines Kindergartens und der Wiederaufbau einer Kinohalle. Angesichts des starken Willens und des großen Enthusiasmus´ der Menschen, die an diesen Projekten mitarbeiten, dürfte das positive Ergebnis nicht ausbleiben. Im sportlichen Bereich ist die Stadt vor allem durch den Fußballverein FK Modrica Maxima bekannt.

Ausgangslage

Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung steht in Bosnien-Herzegowina noch am Anfang. Kinder und Jugendliche werden noch immer häufig in so genannte Heime abgeschoben, deren Kapazität allerdings sehr beschränkt ist, oder in den Häusern ihrer Familien versteckt. Nachbarn, vor allem in ländlichen Bereichen, wissen daher in vielen Fällen noch nicht einmal von der Existenz dieser Kinder. Für viele Jugendliche, die aufgrund ihrer Behinderung nicht die Schule besuchen können, stellt die Errichtung einer Tagesstätte die einzige Möglichkeit dar, Zugang zu Bildung, Betreuung und gezielter Individualförderung zu erhalten. Gleichzeitig bietet dies für viele der Jugendlichen die einzige Gelegenheit, mit Menschen ausserhalb ihrer Familie überhaupt in Kontakt zu treten.

Die durch die verheerenden Überschwemmungen zerstörten Schulen und Kindergärten von Modrica werden zurzeit wieder aufgebaut. Eine Kindertagesstätte für Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen gibt es in der Stadt nicht. Mit den Spenden der Oberwalliser Bevölkerung baute und stattete unsere Stiftung Räumlichkeiten für  50 behinderte Kinder aus. Kostenpunkt CHF 275'000.--. Die Stadt hat den Boden zur Verfügung gestellt und die Betreuung garantiert. Die Tagesstätte ist täglich und ganztags geöffnet und bietet eine professionelle Betreuung für die Kinder und Jugendlichen an. Diese wird in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sozialdienst sowie der Elternvereinigung in Modrica organisiert, um den Kindern, die die Fähigkeiten mitbringen, eine schulische Grundbildung zu ermöglichen. Perspektivisch angedacht ist es, das Programm auszuweiten und Kindern mit besonderen Bedürfnissen im Vorschulalter und auch Jugendlichen nach dem Schulabschluss ein Beschäftigungsangebot zur Verfügung zu stellen. Für Personen, die aus den umliegenden Dörfern und Ansiedlungen die Tagesstätte besuchen, soll künftig eine Verpflegungsmöglichkeit angeboten werden.

Durch seinen Pilotcharakter leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag, um den Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen in dieser Region und darüber hinaus Partizipations- und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Die gezielte Einbindung der Verantwortungsträger vor Ort sicherte von Beginn an die Nachhaltigkeit des Projekts, auch und vor allem nach dem Auslaufen der finanziellen Unterstützung durch unsere Stiftung. Die dafür nötigen Verträge mit den lokalen Behörden wurden verbindlich unterzeichnet.

Seit 2012 läuft in Montrouis, Haiti erfolgreich ein von der Stiftung «Oberwallis für Kinder unserer Welt» lanciertes Schulprojekt. Ausschlaggebend dafür war das Erdbeben vom 12. Januar, welches 2010 die Karibikinsel Haiti verheerend erschüttert hat. 

Nach langer Vorbereitungszeit können nun die Kinder von der Idee der «Stiftung Oberwallis für Kinder unserer Welt» profitieren. In Zusammenarbeit mit dem Berner Verein «Hope for Haitis Kids» wurde die Schule für Buben und Mädchen 2014 fertig gebaut, welche derzeit von rund 300 Kindern besucht wird. Begonnen hat dieser «Traum» für die Kinder durch den Kauf eines Gründstückes, auf dem anschliessend der Campus errichtet wurde. Von einem «Traum» spricht nicht zuletzt Schulleiter Rivelino. Denn ohne diese Unterstützung aus dem Wallis bestünde in diesem gebirgigen «Niemandsland» in einem der ärmsten Länder der Welt gar nichts.

Bis Ende 2015 hat die Stiftung «Oberwallis für Kinder unserer Welt» für den Bodenkauf, den Schulhausbau und dessen Betrieb über CHF 530’000 ausgegeben. Diese Investition in die Bildung junger Menschen wird von uns als sinnvoll erachtet, da ein solches Engagement in einer politisch unstabilen Situation von unschätzbarem Wert ist. Das Schulangebot wird ergänzt durch zwei tägliche Mahlzeiten sowie medizinische Betreuung.

In Haiti wird neben der einheimischen Sprache vor allem französisch gesprochen, deshalb wird auch die Schule französisch geführt. «Arc-en-ciel» bedeutet so viel wie Regenbogen.

Zitate aus Zeitungen

  • «Haiti – ein chronischer Notfall» (Neue Zürcher Zeitung vom 12. Januar 2013)
  • «Haiti leidet unter Überbevölkerung, Bodenerosion, schlechter Infrastruktur, Massenarmut, Hunger, Erdbebenfolgen, Cholera-Epidemie, Korruption und Gewalt.» (Neue Zürcher Zeitung vom 9. August. 2015)

Facts zu Haiti

QUELLE: DEZA.ADMIN.CH UND WORLDBANK.ORG

  • Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf betrug 2013 820 US-Dollar. Rund 59% Prozent der 10.4 Millionen leben gemäss Schätzungen der Weltbank unter der Armutsgrenze (weniger als 2.44 US-Dollar pro Tag). 24 % leben in extremer Armut (weniger als 1.24 US-Dollar pro Tag). Gleichzeitig ist Haiti eines der Länder mit der höchsten Ungleichheit. Nur ein Prozent der Bevölkerung besitzt rund 50 Prozent der Reichtümer des Landes. 
  • In den letzten Jahren hat sich der Zugang zur Primarschulbildung von 78 auf 90 Prozent der Kinder im Schulalter verbessert. Allerdings ist nur ein Drittel der 14-jährigen in der Klasse, welcher der Altersstufe entspricht. Diverse Schätzungen gehen von einer Analphabetenrate von rund 50% aus. 
  • Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist arbeitslos. 
  • Rund ein Drittel der Haitianer haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
  • Die Lebenserwartung liegt bei 63 Jahren. 
  • Immer wieder führen Naturkatastrophen zur Vereitelung der Bemühungen bei der Ernährungssicherung. Den letzten grossen Rückschlag mit verheerenden Folgen erlitt Haiti aufgrund des Erdbebens vom 12. Januar 2010.

Facts zur Schule

Stand: Herbst 2015

  • Standort: Montrouis, Haiti (70km von der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt)
  • Bauphase: 2012-2014
  • Anzahl Schulkinder: rund 300
  • Gratis-Mahlzeiten: Frühstück und Mittagessen
  • Medizinische Versorgung: durch unsere Schulkrankenschwester
  • Personal: rund 27 Personen (Lehrer, Direktion, Küchenpersonal, Krankenschwester, Unterhalt)
  • Kosten pro Jahr und Kind: rund CHF 600
  • Schuldirektor: Rivelino Exumé
  • Leitung Schweiz: Hope for Haitis Kids, Berner Verein (www.haitikinderhilfe.ch)
  • Grösster Geldgeber: Stiftung "Oberwallis für Kinder unserer Welt"

Aufruf zur Spende

Haiti ist nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 in den medialen Fokus gerückt und erhielt Hilfe aus der gesamten Welt. Jahre später haben die meisten Hilfswerke ihre Zelte abgebrochen; die Misere ist jedoch geblieben oder hat sich gar verschlimmert (siehe Tagebuch unseres Botschafters Lochmatter Michel). Wir bleiben weiter vor Ort und unterstützen mit dem Schulprojekt École Mixte «Arc-en-ciel du Haut-Valais» die bedürftigen Kinder nach wie vor.

Wir bitten Sie, werte Oberwalliserinnen und Oberwalliser: Gerade weil Haiti ins Abseits des Weltgeschehens geraten ist, unterstützen Sie das Schulprojekt «Arc-en-ciel du Haut-Valais». Unsere Stiftung ist Ihre Garantie, dass jede Spende direkt zu den verwahrlosten und traumatisierten Kindern gelangt. Durch sorgfältige Auswahl der ortsansässigen Verantwortlichen kommt jeder Franken bei den bedürftigen Kindern an.

Patenschaftsprogramm

Auch ich bin Patin oder Pate für eines der Kinder in Haiti!

Mit dem Schulprojekt „Ecole Mixte Arc-en-Ciel du Haut-Valais“ wird die Existenz und Bildung von verarmten Kindern in Montrouis, Haiti gesichert. Diesen verletzlichen Kindern werden im Vergleich zu anderen Schulen in der Region eine qualitativ hochstehende Schulbildung gewährleistet, täglich zwei nahrhafte Mahlzeiten in der Schulkantine kostenlos ausgegeben sowie eine medizinische Mindestversorgung garantiert.

Unter den rund 300 Schülerinnen und Schülern hat es zahlreiche verwahrloste, unterernährte, elternlose und/oder physisch oder psychisch misshandelte Kinder, welche dank der Schule eine Chance auf eine bessere Zukunft bekommen.

Die jährlichen Kosten für ein Kind belaufen sich auf CHF 600.00.

Mit meinem Beitrag für mindestens die nächsten 3 Jahre werde ich symbolisch Patin/Pate eines Schulkindes an der Schule „Arc-en-Ciel du Haut-Valais“.

Meine Patenschaft verhilft zur langfristigen Sicherung des Schulbetriebs für rund 300 Kinder.

Programm "Lesen, Schreiben und Rechnen mit Qualität", 1. Semester 2010

Kommentare von Teilnehmern am Programm:

Agoo liegt im Süden der Provinz La Union. Die Stadtgemeinde grenzt im Norden an Aringay Tubao im Osten und Santo Tomas im Süden. Westlich von Agoo liegt der Agoo Damortis National Seashore Park und das Südchinesische Meer. Der Ort liegt etwa 35 km von der Provinzhauptstadt San Fernando sowie 35 bis 40 km von Dagupan entfernt und 235 km nördlich von Manila. Die Fläche beträgt insgesamt 52,84 km2, einschliesslich der beiden umstrittenen Baranggays Leones Oeste und Leones Este mit einer Fläche von zusammen 1.66 km2. Agoo besteht im Westteil aus einer weiten Küstenebene, die 70% der Fläche Agoos ausmacht. Der Ostteil ist charakterisiert durch hügeliges Terrain sowie einzelnen flachen Gebieten. Die ebenen Gebiete werden im Allgemeinen als Ackerfläche genutzt. In den Baranggays San Roque West und San Roque East sowei in einigen Gebieten von Santa Rita dominieren Fischteiche. Die hügeligen Gebiete sind entweder bewaldet oder werden als Weideland genutzt.

Die Situation vieler Kinder auf den Philippinen war und ist dramatisch. Die Elendsviertel in den Städten wachsen stetig an, Kinderarbeiten ist weit verbreitet und laut einer Schätzung der UNICEF aus dem Jahr 2000 leben über 200'000 Kinder auf der Strasse. Von Termiten, Regen und Tropenstürmen gekenn-zeichnetes Gebäute aus den 60er Jahren diente in der Gemeinde San José als Kindergarten. Dringende Unterhaltsarbeiten sind notwendig. Budgetiert sind rund Fr. 20'000.- bis Fr. 25'000.-.

Ein grosses Anliegen der Gemeindebehörde und der Eltern war die Sanierung des Kindergartens.
Auf Anfrage von Frau Lou Sommer, Philippinin, , beschloss der Stiftungsrat von "Oberwallis für Kinder unserer Welt" hier zu helfen. 
Nach einigen Abklärungen verzichteten wir auf eine Sanierung des bestehenden Gebäudes entschlossen uns für einen Neubau einer Kindertagesstätte für 44 Kinder.

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Durch die im Jahr 2008/ 2009 erstellte Kindertagesstätte haben die Kinder und Betreuerinnen nun gute Veraussetzungen für einen geordneten und effizienten Schulbetrieb. Ein ordentlicher Schulbetrieb ist jedoch nicht ausreichend. Viele Familien der Schulkinder in der Region leben unter der Armutsgrenze. Beim Kampf um das Lebensnotwendigste ist ein regelmässiger Schulbesuch alles andere als selbstverständlich. Wir hoffen, mit dieser Hilfe zur Selbsthilfe einen nachhaltigen Beitrag geleistet zu haben.